Hauptteil 4: Gegen das Treiben
Ankertechnik (agitierte Depression)

Die folgende Hypnosesitzung arbeitet mit einem körperlichen Anker. Als Anker bezeichnet man einen Auslöser, der ein bestimmtes Gefühl herstellen oder einen bestimmten Gedanken wecken soll. Wir wollen dem Klienten helfen, mit einem leichten Druck auf die linke Hand (auf den Ballen unterhalb des Daumens) das Gefühl der inneren Ruhe zu produzieren. Wir besprechen das vor der Sitzung mit dem Klienten und zeigen ihm die Stelle, auf die er drücken soll. Während der Hypnosesitzung richten wir den Anker dann ein. Es kommt darauf an, im Zustand der Ruhe das Drücken auf den Daumenballen mit dem schon vorherrschenden Gefühl der Entspannung zu verbinden. Der Klient soll unbedingt subjektiv ruhig und entspannt sein während dieser Sitzung. Das muss absolut sicher gegeben sein, sonst funktioniert sie nicht. Eine agitierte Depression ist eine Verstimmung, die sich nicht in subjektiv niedergedrückter Affektivität zeigt, sondern in körperlicher Unruhe und Getriebenheit. Diese kann als ängstliche Unruhe erlebt werden, kann aber auch mit subjektivem Aktivitätsdrang einhergehen und vordergründig wenig depressiv wirken. Betroffene können durchaus leistungsfähig sein, beispielsweise durch intensiven Sport die Getriebenheit ausleben.

Du hast inzwischen erkannt, dass die Getriebenheit und Rastlosigkeit in dir von deiner Verstimmung kommen ... Du hattest nicht damit gerechnet, dass es eine Depression sein kann, die zu dieser Getriebenheit führt ... vielleicht hattest du gedacht, dass eine depressive Verstimmung immer mit Langsamkeit und Trägheit einhergeht ... Doch manchmal ist es anders ... manchmal ist unsere Stimmung von Sorgen oder Ängsten niedergedrückt, doch wir nehmen es nicht so wahr ... Du hattest dieses deutliche Gefühl, diesen Drang, dich zu bewegen ... vielleicht ja auch, irgendetwas zu bewegen, um etwas zu ändern ... um da irgendwie wieder rauszukommen ... Jetzt hast du diese Unruhe verstanden, hast erkannt, dass auch Furcht dahinter steckt ... vielleicht Angst vor Verlusten ... oder Existenzängste ... All das kannst du jetzt besser anschauen und in Ruhe verarbeiten, denn du weißt nun, dass es Depressivität ist, die zu dieser Getriebenheit geführt hat ... Zunächst einmal kommt es jetzt darauf an, ruhiger zu werden, um dieses innere Laufen und Rennen, dieses Auf-und-ab-Gehen zu unterbrechen und wieder Kraft zu finden ... Kraft für die Verarbeitung aller Themen und Sorgen ...

Wir arbeiten heute mit einem Anker, darüber haben wir schon gesprochen ... Diesen Anker trägst du schon an deinem Körper ... deine linke Hand ist der Anker, der von der rechten Hand ausgelöst wird ... Doch dazu kommen wir etwas später ... Damit du den Anker zu einhundert Prozent nutzen kannst, findest du jetzt schon die beste Haltung, um ihn auszulösen ... Greife mit deiner rechten Hand zur linken und taste mit deinen Fingern nach dem Handballen ... ganz leicht nur ... ganz sanft ... Entscheide, ob du lieber mit Daumen und Zeigefinger greifen willst oder mit dem Daumen und dem Mittelfinger ... vielleicht hast du sogar eine andere Variante ... Mach es so, wie du deinen Handballen am besten packen kannst ... (Abwarten bis der Klient einen guten Griff gefunden hat, noch einmal auffordern, falls er nicht gleich mitmacht.) ... Wunderbar ... So gelingt es am besten ... sehr gut ... Und nun lass deine Hand wieder los und lege beide Hände locker neben deinen Körper ...

...Jetzt ist es an der Zeit, eine ganz tiefe Entspannung zu finden ... tiefer als jemals vorher ... denn in der Tiefe der Entspannung bist du ruhig und gelassen, kommst aus dem Treiben raus ... Du gehst immer tiefer in dich hinein ... so als könntest du in dir selbst versinken. Du lässt alle Gedanken los ... und du achtest ganz genau auf dein Körpergefühl ... Du spürst, wie ruhig du in diesem Augenblick bist ... Du bist wirklich gelassen, hast keine Lust, dich zu bewegen ... Ist es nicht beachtlich, wie leicht es dir gelingt, dieses Gefühl so deutlich zu spüren? ... Sobald du einen Entschluss gefasst hast, kannst du handeln ... Du machst dir in diesem Augenblick vollkommen klar, dass du längst einen Entschluss gefasst hast ... Du hast entschieden, ruhiger und gelassener zu werden, um das Treiben zu unterbrechen ... gut für dich zu sorgen ... Also brauchst du nicht mehr als eine einzige Sekunde, um nach deinem Entschluss zu handeln ... Du tust ab sofort einfach das, was erforderlich ist, um Wahrheit aus deinem Entschluss zu machen ... um zu spüren, dass du ruhig sein kannst und ruhig bleiben kannst ... genau so wie jetzt ... Jetzt, in genau diesem Augenblick kannst du spüren, dass du innerlich wirklich ruhig bist ... Du spürst den tiefen Wunsch in dir, immer wieder dieses Gefühl zu spüren, sobald auch nur die geringste Unruhe aufkommen könnte ... Du weißt, wie sich das anfühlt, wenn die Unruhe aufkommt und du plötzlich das Gefühl hast, etwas tun zu müssen ... etwas unternehmen zu müssen ... Du weißt, wie es sich anfühlt, wenn der Drang aufkommt, das innere Treiben ... Dann willst du sofort Gegenmaßnahmen ergreifen, um so schnell wie möglich ruhiger zu werden ... Spüre jetzt die innere Ruhe ... Spüre jetzt die Gelassenheit ... Spüre immer deutlicher die innere Ruhe ... Spüre immer deutlicher die Gelassenheit ... So ist es gut ... Es gelingt dir ganz hervorragend ... Es gelingt dir wirklich ganz hervorragend ...

Festigung (Posthypnotischer Auftrag)

... Du hast entschieden, also kannst du handeln ... In dem Wort, handeln' steckt das Wort ,Hand' ... Nun kannst du tatsächlich handeln ... Greif nach deiner linken Hand ... Mach es jetzt so, wie du es geübt hast ... Ergreife deine linke Hand und konzentriere dich auf dein inneres Gefühl der Ruhe ... Wenn du denkst, dass das Gefühl der Ruhe noch deutlicher werden sollte, dann lass es einfach noch deutlicher und klarer werden in deinem Gefühl ... Atme einfach tief ein und langsam und lange aus und entspanne dabei tiefer ... noch tiefer ... mit noch mehr Achtsamkeit und Fürsorge für dich selbst ... genau so ... genau so ... Du kannst es ...

... Und nun lass dieses Gefühl der Ruhe ganz bewusst werden ... und drücke nun den Ballen der linken Hand ... und noch einmal ... drücken ... Dein Inneres stellt sich darauf ein, dass genau dieses Drücken des Handballens das Signal ist, unverzüglich zu spüren, dass du tatsächlich ruhiger wirst ... Immer, wenn du deinen Handballen drückst, spürst du, dass du sofort ruhiger wirst ... gleichzeitig hast du den Wunsch, sorgsam mit dir selbst umzugehen ... dich selbst ernst zu nehmen ... dir wichtig zu sein ... Dein Körper ist entspannt und auch deine Hände sind vollkommen ruhig ... Dein Körper hat verstanden, wie dein Anker funktioniert ... Er hat es für dich bereits gespeichert, sodass du ihn immer wieder nutzen kannst ...

... Immer, wenn du deinen Handballen drückst, wirst du sofort ruhiger ... so ruhig wie jetzt ... und spürst das Bedürfnis, achtsam mit dir selbst umzugehen ... dich selbst ernst zu nehmen ... dir wichtig zu sein ... So wird es für dich schon bald zur Selbstverständlichkeit, immer wieder deinen Handballen zu drücken oder ihn zu massieren, das funktioniert genau so ... ganz genau so wie jetzt ... Du hast entschieden ... Du hast gehandelt ...

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