Hauptteil 5: Depression zerfällt zu Staub
Kreative Assoziation
Der folgende Hypnosetext arbeitet mit kreativer Assoziation. Das bedeutet, dass eine Szene oder ein Bild ausgewählt wird, das als Symbol für die zu behandelnde Thematik verstanden wird und so als Stellvertreter für das Problem steht. Die Veränderung und Neuausrichtung der Szene oder des Bildes führt dann in einem zweiten Schritt zur Veränderung der Problemsicht und Öffnung für neue Wege. Hier sind Suggestionsregeln weniger von Bedeutung als Vorstellungskraft und innere Kreativität des Klienten. Die Bilder werden daher teilweise mit vielen Details angeboten, andererseits auch vieles bewusst offen gelassen. Es handelt sich bei dieser Vorgehensweise um eine kooperative Art der Hypnose, die auf innere Selbstentfaltung im Zustand der Trance vertraut und daher viel weniger führt als eine Suggestionshypnose.
Du bist heute hier, um deine Verstimmung zu lösen ... Manchmal erscheint es dir, als wären deine Gedanken und Gefühle eingemauert ... so fest wie ein Felsen und nicht mehr beweglich ... Dann fühlst du dich genau so ... kannst dich kaum noch bewegen und zu nichts mehr aufraffen ... fühlst dich selbst wie ein riesiger Stein ... wie ein Felsen ... Gleichzeitig hast du den Wunsch, diesen riesigen Brocken einfach aufzulösen ... Du stellst dir vor wie es wäre, wenn die steinernen Gedanken und Gefühle ein Felsbrocken wären, der langsam zu Sand zerfällt ... Vielleicht ist es nur ein Bild, nur eine Vorstellung ... doch vielleicht ist es auch mehr ... denn innere Bilder werden zu Gefühlen und damit zur Wahrheit, wenn wir uns mit ihnen beschäftigen ... Wenn du also das Bild eines zerfallenden Felsens mit deinen Gedanken und Gefühlen verbinden kannst, dann zerfallen auch diese zu Sand und Staub ... Vielleicht überlegst du dir, wie das am besten gelingen kann ... Ich helfe dir dabei ... es ist einfacher als du denkst ... Es gelingt dir in deiner Vorstellung ... in deiner kreativen Fantasie ... Lass deine Gedanken hierzu einfach wandern ... lass sie treiben und lass Bilder vor deinem inneren Auge entstehen ... Stell dir vor, du wärst draußen in der Natur ... an einem Platz, der dir so richtig gut gefallen kann ... vielleicht auf einer Wiese ... oder hoch in den Bergen ... vielleicht magst du lieber die tiefen Täler und stellst dir vor, du wärst in einem schönen Tal ... oder du liebst das Meer und stellst dir vor, an einem schönen Sandstrand zu sein ... Mach es einfach so, wie es am besten zu dir passt ... finde deinen Lieblingsplatz ... Wahrscheinlich ist es ganz einfach, dir einen schönen Platz vorzustellen ... Innere Bilder entwerfen wir den ganzen Tag ... stellen uns in unseren Tagträumen die schönsten Sachen vor ... So stellst du dir jetzt also einen schönen Platz vor ... deinen Lieblingsplatz ... und direkt vor dir befindet
Wir arbeiten heute mit einem Anker, darüber haben wir schon gesprochen ... Diesen Anker trägst du schon an deinem Körper ... deine linke Hand ist der Anker, der von der rechten Hand ausgelöst wird ... Doch dazu kommen wir etwas später ... Damit du den Anker zu einhundert Prozent nutzen kannst, findest du jetzt schon die beste Haltung, um ihn auszulösen ... Greife mit deiner rechten Hand zur linken und taste mit deinen Fingern nach dem Handballen ... ganz leicht nur ... ganz sanft ... Entscheide, ob du lieber mit Daumen und Zeigefinger greifen willst oder mit dem Daumen und dem Mittelfinger ... vielleicht hast du sogar eine andere Variante ... Mach es so, wie du deinen Handballen am besten packen kannst ... (Abwarten bis der Klient einen guten Griff gefunden hat, noch einmal auffordern, falls er nicht gleich mitmacht) ... Wunderbar ... So gelingt es am besten ... sehr gut ... Und nun lass deine Hand wieder los und lege beide Hände locker neben deinen Körper ...
... Jetzt ist es an der Zeit, eine ganz tiefe Entspannung zu finden ... tiefer als jemals vorher ... denn in der Tiefe der Entspannung bist du ruhig und gelassen, kommst aus dem Treiben raus ... Du gehst immer tiefer in dich hinein ... so als könntest du in dir selbst versinken ... Du lässt alle Gedanken los ... und du achtest ganz genau auf dein Körpergefühl ... Du spürst, wie ruhig du in diesem Augenblick bist ... Du bist wirklich gelassen, hast keine Lust, dich zu bewegen ... Ist es nicht beachtlich, wie leicht es dir gelingt, dieses Gefühl so deutlich zu spüren? ... Sobald du einen Entschluss gefasst hast, kannst du handeln ... Du machst dir in diesem Augenblick vollkommen klar, dass du längst einen Entschluss gefasst hast ... Du hast entschieden, ruhiger und gelassener zu werden, um das Treiben zu unterbrechen ... gut für dich zu sorgen ... Also brauchst du nicht mehr als eine einzige Sekunde, um nach deinem Entschluss zu handeln ... Du tust ab sofort einfach das, was erforderlich ist, um Wahrheit aus deinem Entschluss zu machen ... um zu spüren, dass du ruhig sein kannst und ruhig bleiben kannst ... genau so wie jetzt ... Jetzt, in genau diesem Augenblick kannst du spüren, dass du innerlich wirklich ruhig bist ... Du spürst den tiefen Wunsch in dir, immer wieder dieses Gefühl zu spüren, sobald auch nur die geringste Unruhe aufkommen könnte ... Du weißt, wie sich das anfühlt, wenn die Unruhe aufkommt und du plötzlich das Gefühl hast, etwas tun zu müssen ... etwas unternehmen zu müssen ... Du weißt, wie es sich anfühlt, wenn der Drang aufkommt, das innere Treiben ... Dann willst du sofort Gegenmaßnahmen ergreifen, um so schnell wie möglich ruhiger zu werden ... Spüre jetzt die innere Ruhe ... Spüre jetzt die Gelassenheit ... Spüre immer deutlicher die innere Ruhe ... Spüre immer deutlicher die Gelassenheit ... So ist es gut ... Es gelingt dir ganz hervorragend ... Es gelingt dir wirklich ganz hervorragend ...
Festigung (Posthypnotischer Auftrag)
... Du hast entschieden, also kannst du handeln ... In dem Wort, handeln' steckt das Wort ,Hand' ... Nun kannst du tatsächlich handeln ... Greif nach deiner linken Hand ... Mach es jetzt so, wie du es geübt hast ... Ergreife deine linke Hand und konzentriere dich auf dein inneres Gefühl der Ruhe ... Wenn du denkst, dass das Gefühl der Ruhe noch deutlicher werden sollte, dann lass es einfach noch deutlicher und klarer werden in deinem Gefühl ... Atme einfach tief ein und langsam und lange aus und entspanne dabei tiefer ... noch tiefer ... mit noch mehr Achtsamkeit und Fürsorge für dich selbst ... genau so ... genau so ... Du kannst es ...
... Und nun lass dieses Gefühl der Ruhe ganz bewusst werden ... und drücke nun den Ballen der linken Hand ... und noch einmal ... drücken ... Dein Inneres stellt sich darauf ein, dass genau dieses Drücken des Handballens das Signal ist, unverzüglich zu spüren, dass du tatsächlich ruhiger wirst ... Immer, wenn du deinen Handballen drückst, spürst du, dass du sofort ruhiger wirst ... gleichzeitig hast du den Wunsch, sorgsam mit dir selbst umzugehen ... dich selbst ernst zu nehmen ... dir wichtig zu sein ... Dein Körper ist entspannt und auch deine Hände sind vollkommen ruhig ... Dein Körper hat verstanden, wie dein Anker funktioniert ... Er hat es für dich bereits gespeichert, sodass du ihn immer wieder nutzen kannst ...
... Immer, wenn du deinen Handballen drückst, wirst du sofort ruhiger ... so ruhig wie jetzt ... und spürst das Bedürfnis, achtsam mit dir selbst umzugehen ... dich selbst ernst zu nehmen ... dir wichtig zu sein ... So wird es für dich schon bald zur Selbstverständlichkeit, immer wieder deinen Handballen zu drücken oder ihn zu massieren, das funktioniert genau so ... ganz genau so wie jetzt ... Du hast entschieden ... Du hast gehandelt ...
